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z.B. 06.01.2026
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Hybrid: Der Bauernkrieg im Ries 1525

Veranstaltungstermin: 
Donnerstag, 2. Oktober 2025 - 19:00
Referent: 
Gerhard Beck
Veranstalter: 
BLF-Bezirksgruppe Schwaben

Der Leiter begrüßte den Referenten Gerhard Beck und stellte ihn kurz vor. Das Thema Bauernaufstand beschäftigt ihn bereits das ganze Jahr. 500 Jahre sind ein besonderer Grund, an dieses Ereignis zu erinnern. Zuerst sprach er über die Gründe für den Aufstand, Ablieferung von Abgaben, Forderung nach Freiheitsrechten. Die Bilanz waren fast 100.000 Opfer und keine Verbesserung der Zustände. Wie war das Leben zur damaligen Zeit? Es gab ein strenges hierarchisches System. Die Fürsten lebten feudal, nahmen keine Rücksicht auf die Untertanen, die Felder wurden bei Jagden häufig stark beschädigt. Nichts desto trotz wurden die Abgaben von ihnen gefordert. Die Zustände für die Bauern und Bürger wurden immer schlechter. Durch die Schriften Martin Luthers, „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, kam es zu der Forderung nach einem freieren Leben. Durch die Erfindung des Buchdrucks wurden diese auf breiter Front bekannt.

Herr Beck schilderte die reformatorischen Ansätze, 1522 in Bopfingen, Nördlingen und 1524 in Harburg. Die ersten Unruhen begannen Anfang Januar beim Kloster Neresheim und am 1. März kam es zur Bedrängung vom Kloster Maihingen.

Weiter schilderte er die Entwicklung der Memminger Artikel. Es gibt mehrere Listen, sowohl der Kämpfer, z.B. des Deininger Haufens (300 Bauern), als auch der Strafen (sowohl Geldstrafen als auch körperliche Strafen bis hin zu Hinrichtungen. Bei Leipheim wurde am 4. April 1525 ein Bauernheer von fast 5.000 Menschen zerschlagen. Erst vor einiger Zeit wurde ein Massengrab von damals entdeckt. Weitere Schlachten wurden geschildert. Zwei Berichte von einer Priorin Walburga Schäffler und Katharina Lemmel geb. Imhof, Nonnen im Kloster Maihingen belegen die Vorgänge 1525 und die Plünderung des Klosters Maihingen. Auch das Benediktiner-Kloster Auhausen wurde geplündert. Dort vereinigten sich die fränkischen und schwäbischen Bauern und zogen weiter Richtung Ostheim. Dort trafen sie am 7. Mai auf die Truppen von Markgraf Casimir und wurden vernichtend geschlagen. Alleine die personelle Überlegenheit hat kaum geholfen gegen die Waffen und die professionelle Aufstellung der Soldaten. Nach dieser Schlacht musste z.B. der Bürgermeister von Wassertrüdingen mit einem Vermögen von 1.150 fl 300 fl Strafe zahlen. Wer die Strafe nicht zahlen konnte, dem wurde das Haus genommen oder des Landes verwiesen. Selbst 1528, also drei Jahre nach der Ostheimer Schlacht, verlangte der Ansbacher Markgraf von den Teilnehmern Strafzahlungen. Anschließend stellte er weitere Dokumente zu dieser Zeit vor. Die Aufstände waren natürlich nicht nur in Bayern, sondern das Gebiet reichte von Goslar bis Trient, im Westen bis Trier und im Südosten bis Leoben. Zweifel gab es zur Zahl der Opfer. Es gibt keine genaue Opferliste. Wenn man sich allerdings die Größe des Gebietes ansieht, ist eine hohe Zahl an Opfern doch sehr wahrscheinlich. Man sprach von 70.000 bis 100.000 toten Bauern und Bürgern. Die Erinnerung an den Bauernkrieg hielt sehr lange an, bei Verstorbenen stand immer wieder, dass er Teilnehmer am Bauernkrieg war. 1578 gab es eine Zeugenbefragung und dabei nannten sich drei als Teilnehmer am Bauernkrieg.

In einem neuen Buch werden auf über 200 Seiten die Ereignisse im Frühjahr 1525 im Ries und der Nachbarschaft eingeordnet und nach neuestem Kenntnisstand erklärt und zusammengefasst. Die Bebilderung zeigt historische Orte, Karten und Schriftzeugnisse.

Weiterführender Hinweis: Bitte beachten Sie zum 500. Gedenken des Bauernkriegs auch die Ausstellung in Memmingen.

Aufzeichnung: 
Eine Aufzeichnung des Vortrags finden Sie auf dem youtube-Kanal des BLF.
Organisatorische Hinweise: 
Hybrid-Veranstaltung: findet vor Ort statt und wird online übertragen
Art der Veranstaltung: 
Vortrag, Referat
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Schwaben
Teilnehmerkreis: 
für alle Interessierten
Anmeldung: 
Anmeldung nicht erforderlich
Teilnehmerzahl BLF-Mitglieder: 
14 Mitglieder
Teilnehmerzahl Gäste (Nichtmitglieder): 
1 Gast
Teilnehmerzahl gesamt: 
26 Teilnehmende

30. Nordschwäbisch-Mittelfränkisches Forschertreffen in Feuchtwangen

Veranstaltungstermin: 
Samstag, 11. Oktober 2025 - 10:00
Veranstalter: 
Forscherstammtisch, Arbeitskreis (BLF-unabhängig)

Das 30. Nordschwäbisch-Mittelfränkische Forschertreffen fand im Gasthaus Schöllmann, Ringstr. 54, 91555 Feuchtwangen ab 10.00 Uhr, statt.

Nach der traditionellen Vorstellungsrunde blieb bis zum Mittagessen genügend Zeit zum Kennenlernen und Austauschen. Im Hintergrund lief eine Bilderreise durch frühere Treffen. Alle diesbezüglichen Protokolle mit den Bildern dazu hat Frau Scheller zusammengestellt und konnten studiert werden. Etliche Teilnehmer waren schon beim 1. Treffen 1996 dabei. Vor allem für die langjährigen Teilnehmer war die Reise in die Vergangenheit interessant und lustig, von Kommentaren wie „da war ich noch deutlich schlanker“, „hatte ich noch Haare“ oder auch nur „mei waren wir da noch jung“ war alles dabei. Viele Erinnerungen kamen auf. Herr Wegele und Herr Beck berichteten von der Entstehung des Forschertreffens und wie es sich entwickelt hat. Leider sind auch einige der treuen Teilnehmer inzwischen verstorben. Dieser wurde in einer Gedenkminute gedacht und deren Namen verlesen. Traditionell begann das Treffen mit der Vorstellungsrunde. Alle Anwesenden stellten sich und ihr Forschungsgebiet kurz vor. Bei den Forschungen geht es nicht ausschließlich um Familienforschung, sondern auch um Mühlen- und Pfarrerforschung sowie um die Erstellung von Ortsfamilienbüchern.

Nach dem Mittagessen führte Herr Peter Schlecht, Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte Feuchtwangen, die Gruppe durch die historische Stadt. Das Gebiet von Feuchtwangen gehörte zu Alemannien (Furth an der Sulzach) und wurde bereits in den Reichsmatrikeln (Listen der steuer- und wehrpflichtigen Personen im Heil. Römischen Reich Deutscher Nation, lagern in Paris) genannt. Zurück geht die Stadt auf die Gründung eines Benediktinerklosters urkundlich schon 818/819 erwähnt. Stationsweise wurde die weitere Entwicklung der Stadt mit Entstehung einer Stifts- und einer Reichsstadt dargestellt. Deutlich „reicher“ war die Stiftsstadt. Der Bauernaufstand 1525 spielte in Feuchtwangen kaum eine Rolle, die Unruhen ermöglichten die Einführung der Reformation. Der 30-jährige Krieg führte zu Plünderungen und Leiden und es dauerte viele Jahrzehnte, bis sich die Stadt davon erholte.

Nach dem theoretischen Ausflug durch die Geschichte Feuchtwangens, ging es zu Fuß durch die Stadtgeschichte mit typisch fränkischen Fachwerkhäusern. Der Marktplatz, traditionell quadratisch mit einem Brunnen angelegt, trennt die Stift- von der Reichstadt. Herr Schlecht erläuterte die Gebäude, deren frühere und die heutige Nutzung. Auffällig sind die zahlreichen Wirtschaften. Während der Führung kam es auch zur Erklärung der „Spitznamen“ von Feuchtwangen (Zeißigfänger – der Bürgermeister hatte einen Zeißig, der durch ein offenes Fenster entflog, er befahl die Stadttore zu schließen und danach, dass die Bevölkerung den Zeißig wieder einfangen sollte, aber er entwischte über die Stadtmauer) und Dinkelsbühl (Mondspritzer – in der Biedermeierzeit wurde vom Turmwächter Feuer gemeldet, als aber alle zum Löschen strömten, fand man den Brand nicht, nur den roten Mond….). Beim Kloster wurde der Kreuzgang besichtigt, der eine Zeitlang zum „Schuttplatz“ wurde. Vor 90 Jahren kaufte die Sparkasse das Gelände, es wurde umgebaut und aus Friedhof und Garten wurde ein Zengarten mit Kies und Platten. Inzwischen ist es die Arena für die Kreuzgangspiele Feuchtwangen. Die nächste Station war die Stiftskirche mit einer wechselvollen Geschichte incl. Turmabsturz. Das führte zum teilweisen Neubau der Kirche. Im Inneren der Kirche ging es um die wechselvolle Geschichte vor, in und nach der Reformationszeit.

Bei Kaffee und Kuchen gab es intensive Gespräche. Nebenbei konnte man Neuigkeiten, Erfahrungen und Informationen austauschen und in den Veröffentlichungen stöbern.

 

Übersicht der Nordschwäbisch-Mittelfränkischen Forschertreffen

Veranstaltungsort-Text: 
Kreuzwirt/Haus der Kultur, Marktplatz 29, 86653 Monheim
Art der Veranstaltung: 
Exkursion, Ausflug
Forscherstammtisch, Arbeitskreis
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Schwaben
Sonstiges
Teilnehmerkreis: 
für alle Interessierten
Anmeldung: 
Anmeldung nicht erforderlich, jedoch erwünscht

Bibliotheksöffnung und Workshop 14 - 17 Uhr

Veranstaltungstermin: 
Donnerstag, 16. Oktober 2025 - 14:00
Veranstalter: 
BLF-Bezirksgruppe Schwaben

Allgemeine Beratung, Leseübung/Lesehilfe, Internetforschung, Sterbebildscannen, genealogische Software

Die Bibliothek wurde genutzt, einige Sterbebildsammlungen gescannt, neben der Erläuterung der Grundlagen der Familienforschung ging es auch um Lesehilfe.

Art der Veranstaltung: 
Seminar, Workshop
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Schwaben
Teilnehmerkreis: 
für BLF-Mitglieder; Gäste sind herzlich willkommen
Anmeldung: 
Anmeldung nicht erforderlich

München: Der neue Bayernatlas 4.4 und Open Data

Veranstaltungstermin: 
Donnerstag, 16. Oktober 2025 - 18:00
Referent: 
Heinrich Probst, Mitarbeiter beim Vermessungsamt Pfaffenhofen a.d. Ilm
Veranstalter: 
BLF-Bezirksgruppe Oberbayern

Als profunder Kenner stellte Heinrich Probst den Bayernatlas 4.4 mit seinen neuen Möglichkeiten vor und zeigte Anwendungsbeispiele.

Mit dem Bayernatlas werden der Allgemeinheit die Daten der Bayerischen Vermessungsverwaltung in Form einer digitalen und kostenlosen Internetanwendung zur Verfügung gestellt. Diese beinhalten unter anderem Luftbilder, verschiedenste Arten von Karten, Lage- und Höhenfestpunkte, Verwaltungsgrenzen, historische Karten sowie viele Funktionen und Werkzeuge. Eine Vielzahl von Karten und Daten stehen auf der Open-Data-Seite kostenfrei zur Verfügung.

Im Rahmen seines Referats gab Heinrich Probst die zahlreichen Anwendungsfunktionen im Detail wieder und hatte auch einige Tipps und Tricks parat.

Als Handout hat er dazu eine Linkliste mit Screenshots erstellt.

Art der Veranstaltung: 
Vortrag, Referat
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Oberbayern
Teilnehmerkreis: 
für BLF-Mitglieder; Gäste sind herzlich willkommen
Anmeldung: 
Anmeldung nicht erforderlich

Oberpfalz: Verehelichung- und Ansässigmachungsakten – Bestände suchen und finden bei FamilySearch

Veranstaltungstermin: 
Mittwoch, 5. November 2025 - 18:30
Referent: 
Herbert Münsterer
Veranstalter: 
BLF-Bezirksgruppe Oberpfalz

Herr Münsterer stellte die Bestände und die Suche nach Verehelichungs- und Ansässigmachungsakten (oft kurz Ehestands- oder Ansässigkeitsakten genannt) auf FamilySearch vor. Anschaulich erklärte er, warum diese Akten angelegt wurden und wie sie eng mit dem sogenannten Heimatrecht – einem zentralen Element der kommunalen Ordnung – verknüpft waren. Dabei zeigte er die Rechte und Pflichten auf, die mit dem Heimatrecht verbunden waren, und erläuterte, wie man dieses Recht erwerben oder verlieren konnte.

Die Verehelichungs- und Ansässigmachungsakten wurden einst bei den Bezirksämtern geführt und sind heute in den Staatsarchiven einsehbar. Diese Akten sind für die genealogische Forschung eine wahre Schatzkiste, weil sie weit über das hinausgehen, was man in Kirchenbüchern findet. Sie dokumentieren die Genehmigung zur Heirat und/oder zur Niederlassung (Ansässigmachung) in einer Gemeinde. Diese Akten enthalten oft eine Fülle an persönlichen Daten, die man in den Kirchenbüchern nicht findet.

Auf der genealogischen Online-Plattform FamilySearch lassen sich viele dieser Akten digital als Fotografien auf Filmrollen finden. Herr Münsterer demonstrierte verschiedene Suchstrategien, um die passenden Bestände ausfindig zu machen. Enthält eine Filmrolle einen Index, gelingt die Suche meist rascher – fehlt er jedoch, bleibt nur das mühevolle Durchsehen der einzelnen Bilder. Im Anschluss an den lehrreichen Vortrag wurden einige der Zuhörer bei Übungen fündig und konnten wertvolle Unterlagen online finden.

Weitere interessante Hintergrundinformationen zum Thema Verehelichung- und Ansässigmachung finden sich im Historischen Lexikon Bayerns: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Ansässigmachung_(19._Jahrhundert)

Art der Veranstaltung: 
Forscherstammtisch, Arbeitskreis
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Oberpfalz
Teilnehmerkreis: 
für BLF-Mitglieder; Gäste sind herzlich willkommen
Anmeldung: 
Anmeldung nicht erforderlich

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