30. Nordschwäbisch-Mittelfränkisches Forschertreffen in Feuchtwangen
Das 30. Nordschwäbisch-Mittelfränkische Forschertreffen fand im Gasthaus Schöllmann, Ringstr. 54, 91555 Feuchtwangen ab 10.00 Uhr, statt.
Nach der traditionellen Vorstellungsrunde blieb bis zum Mittagessen genügend Zeit zum Kennenlernen und Austauschen. Im Hintergrund lief eine Bilderreise durch frühere Treffen. Alle diesbezüglichen Protokolle mit den Bildern dazu hat Frau Scheller zusammengestellt und konnten studiert werden. Etliche Teilnehmer waren schon beim 1. Treffen 1996 dabei. Vor allem für die langjährigen Teilnehmer war die Reise in die Vergangenheit interessant und lustig, von Kommentaren wie „da war ich noch deutlich schlanker“, „hatte ich noch Haare“ oder auch nur „mei waren wir da noch jung“ war alles dabei. Viele Erinnerungen kamen auf. Herr Wegele und Herr Beck berichteten von der Entstehung des Forschertreffens und wie es sich entwickelt hat. Leider sind auch einige der treuen Teilnehmer inzwischen verstorben. Dieser wurde in einer Gedenkminute gedacht und deren Namen verlesen. Traditionell begann das Treffen mit der Vorstellungsrunde. Alle Anwesenden stellten sich und ihr Forschungsgebiet kurz vor. Bei den Forschungen geht es nicht ausschließlich um Familienforschung, sondern auch um Mühlen- und Pfarrerforschung sowie um die Erstellung von Ortsfamilienbüchern.
Nach dem Mittagessen führte Herr Peter Schlecht, Arbeitsgemeinschaft für Heimatgeschichte Feuchtwangen, die Gruppe durch die historische Stadt. Das Gebiet von Feuchtwangen gehörte zu Alemannien (Furth an der Sulzach) und wurde bereits in den Reichsmatrikeln (Listen der steuer- und wehrpflichtigen Personen im Heil. Römischen Reich Deutscher Nation, lagern in Paris) genannt. Zurück geht die Stadt auf die Gründung eines Benediktinerklosters urkundlich schon 818/819 erwähnt. Stationsweise wurde die weitere Entwicklung der Stadt mit Entstehung einer Stifts- und einer Reichsstadt dargestellt. Deutlich „reicher“ war die Stiftsstadt. Der Bauernaufstand 1525 spielte in Feuchtwangen kaum eine Rolle, die Unruhen ermöglichten die Einführung der Reformation. Der 30-jährige Krieg führte zu Plünderungen und Leiden und es dauerte viele Jahrzehnte, bis sich die Stadt davon erholte.
Nach dem theoretischen Ausflug durch die Geschichte Feuchtwangens, ging es zu Fuß durch die Stadtgeschichte mit typisch fränkischen Fachwerkhäusern. Der Marktplatz, traditionell quadratisch mit einem Brunnen angelegt, trennt die Stift- von der Reichstadt. Herr Schlecht erläuterte die Gebäude, deren frühere und die heutige Nutzung. Auffällig sind die zahlreichen Wirtschaften. Während der Führung kam es auch zur Erklärung der „Spitznamen“ von Feuchtwangen (Zeißigfänger – der Bürgermeister hatte einen Zeißig, der durch ein offenes Fenster entflog, er befahl die Stadttore zu schließen und danach, dass die Bevölkerung den Zeißig wieder einfangen sollte, aber er entwischte über die Stadtmauer) und Dinkelsbühl (Mondspritzer – in der Biedermeierzeit wurde vom Turmwächter Feuer gemeldet, als aber alle zum Löschen strömten, fand man den Brand nicht, nur den roten Mond….). Beim Kloster wurde der Kreuzgang besichtigt, der eine Zeitlang zum „Schuttplatz“ wurde. Vor 90 Jahren kaufte die Sparkasse das Gelände, es wurde umgebaut und aus Friedhof und Garten wurde ein Zengarten mit Kies und Platten. Inzwischen ist es die Arena für die Kreuzgangspiele Feuchtwangen. Die nächste Station war die Stiftskirche mit einer wechselvollen Geschichte incl. Turmabsturz. Das führte zum teilweisen Neubau der Kirche. Im Inneren der Kirche ging es um die wechselvolle Geschichte vor, in und nach der Reformationszeit.
Bei Kaffee und Kuchen gab es intensive Gespräche. Nebenbei konnte man Neuigkeiten, Erfahrungen und Informationen austauschen und in den Veröffentlichungen stöbern.
Übersicht der Nordschwäbisch-Mittelfränkischen Forschertreffen
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