Oberpfalz: Verehelichung- und Ansässigmachungsakten – Bestände suchen und finden bei FamilySearch
Herr Münsterer stellte die Bestände und die Suche nach Verehelichungs- und Ansässigmachungsakten (oft kurz Ehestands- oder Ansässigkeitsakten genannt) auf FamilySearch vor. Anschaulich erklärte er, warum diese Akten angelegt wurden und wie sie eng mit dem sogenannten Heimatrecht – einem zentralen Element der kommunalen Ordnung – verknüpft waren. Dabei zeigte er die Rechte und Pflichten auf, die mit dem Heimatrecht verbunden waren, und erläuterte, wie man dieses Recht erwerben oder verlieren konnte.
Die Verehelichungs- und Ansässigmachungsakten wurden einst bei den Bezirksämtern geführt und sind heute in den Staatsarchiven einsehbar. Diese Akten sind für die genealogische Forschung eine wahre Schatzkiste, weil sie weit über das hinausgehen, was man in Kirchenbüchern findet. Sie dokumentieren die Genehmigung zur Heirat und/oder zur Niederlassung (Ansässigmachung) in einer Gemeinde. Diese Akten enthalten oft eine Fülle an persönlichen Daten, die man in den Kirchenbüchern nicht findet.
Auf der genealogischen Online-Plattform FamilySearch lassen sich viele dieser Akten digital als Fotografien auf Filmrollen finden. Herr Münsterer demonstrierte verschiedene Suchstrategien, um die passenden Bestände ausfindig zu machen. Enthält eine Filmrolle einen Index, gelingt die Suche meist rascher – fehlt er jedoch, bleibt nur das mühevolle Durchsehen der einzelnen Bilder. Im Anschluss an den lehrreichen Vortrag wurden einige der Zuhörer bei Übungen fündig und konnten wertvolle Unterlagen online finden.
Weitere interessante Hintergrundinformationen zum Thema Verehelichung- und Ansässigmachung finden sich im Historischen Lexikon Bayerns: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Ansässigmachung_(19._Jahrhundert)
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