Der geplante Vortragsabend mit Frau Dr. Kalesse „(Un)Ordnung in der Registratur des Hochstifts Augsburg oder: eine nützliche Flucht“ wurde wegen Verhinderung der Referentin abgesagt und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
Dafür war geplant, dass wir einen Teil der Aufzeichnung des Vortrags von Herrn Hermann Heinrich „Lesen lateinischer Kirchenbucheinträge“ aus dem Jahr 2020 anschauen (unser langjähriges Mitglied wurde am 6. Mai 2025 beerdigt - er war unser absoluter Lateinspezialist!) und anschließend praktische Übungen machen.
Die Referentin Gabi Rudinger sprach zuerst über die geschichtliche Entwicklung in Österreich und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Forschung, zum Beispiel Salzburg, das ab 1816 endgültig zu Österreich gehört, oder das Burgenland: bis 1921 Ungarn, dann Österreich; dadurch unterschiedliche Zuständigkeiten der Religionsgemeinschaften und Standesämter im Zeitraum 1895-1939. Komplizierter wird es bei Wien, das erst zu Niederösterreich gehörte, nach und nach die Vorstädte eingegliedert wurden und ab 1920 ein eigenes Bundesland wurde.
„Bier ist nach dem Wasser das gewöhnlichste Getränk.“
Herr Guffler hat in dem Buch „Bier- und Wirtshauskultur in Schwaben und Franken“ drei Artikel zu dem Thema „Bier“ geschrieben.
In seinem Vortrag stellte er die Bedeutung des Bieres als Nahrungs-, Genuss- und Rauschmittel vor und ging darauf ein, wie sich der Bierkonsum im Ersten Weltkrieg veränderte.
Helmut Endl, Mitglied der Bezirksgruppe Niederbayern
Herr Endl sprach über die Bedeutung der Eisenbahn bei der Erschließung Ostbayerns. Es fehlte eine West-Ost-Stecke nach Böhmen. Die Eisenbahnentwicklung in Ostbayern begann mit der Gründung der Bayerischen Ostbahngesellschaft im Jahr 1856. Innerhalb von sieben Jahren sollte die Bahn von Nürnberg über Amberg nach Regensburg, von München über Landshut an die Donau, von Regensburg über Straubing nach Passau und von der Amberg-Regensburger Linie an die böhmische Grenze gebaut werden. 1856 begann der Bau der ersten Ostbahnlinie von Nürnberg nach Passau.
Tauchen wir gemeinsam ein in die faszinierende Welt historischer Fotografien! Richard Schaffner, Leiter des Stadtarchivs Passau, präsentierte an diesem Abend ausgewählte Fotos aus dem Archivbestand. Er zeigte, wie diese wertvollen Bilder Familiengeschichten bereichern und neue Einblicke in die Vergangenheit ermöglichen können.
Claudia Heigl, Leiterin des Stammtisches Wolferszell
Die Online-Verfügbarkeit von Kirchenbüchern hat die Familien- und Heimatforschung erheblich vereinfacht. Früher oder später stellt sich jedoch die Frage, wie man die gesammelten Daten, Bilder und Geschichten ansprechend präsentieren kann. Während man selbst den Überblick über die Zahlen und Namen behält, ist eine klare Darstellungsform entscheidend, wenn man die Ergebnisse mit der Familie teilt oder sie als Geschenk weitergeben möchte. Schließlich wäre es schade, wenn die mühsam erarbeiteten Forschungsergebnisse unübersichtlich bleiben und an Wert verlieren.
Die Landschaften entlang der Flüsse Rott, Vils, Inn und Donau bis bin zum Passauer Land und entlang der Ilz hinein in den Bayerischen und Böhmerwald bis zur Moldau beherbergen einen unschätzbaren Fundus an alten und uralten Sagen, Legenden und Mythen. Solche Überlieferungen haben sich in dieser einmaligen Kulturlandschaft länger erhalten als anderswo in unserer ach so schnelllebigen Welt…
Max Pinzl, Mitglied der Bezirksgruppe Niederbayern
Die Dorfpfarrer waren einst nicht nur Seelsorger, also zuständig für Gottesdienste, Sakramente und Religionsunterricht, sondern oft auch Ökonomen eines großen Pfarrhofes, den sie vorbildlich führten. Im Auftrag des Königs, der 1802 in Bayern die allgemeine Schulpflicht einführte, war jeder Pfarrer zugleich der lokale Schulinspektor und Förderer der Volksschule (vergleichbar einem Schulrat heute). Er war außerdem der Vorsitzende des örtlichen Armenrates, einem Vorläufer des Sozialamtes.
Robert Lang, Leiter der BLF-Bezirksgruppe Niederbayern
Im 19. Jahrhundert verließen Millionen Menschen den Raum des heutigen Deutschlands, um in der Ferne ein neues Leben zu beginnen – darunter auch zahlreiche Bayern.
Unsere Vorfahren sahen sich oft mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert und suchten in der Fremde eine bessere Zukunft. Nicht jeder träumte zwar den „Tellerwäscher-zum-Millionär“-Traum, aber viele verbanden mit der Auswanderung die Hoffnung auf ein besseres Leben.