Walter Königbauer, Bayerisches Staatsministerium des Inneren
Mit dem am 1. Januar 1876 in Kraft getretenen Reichspersonenstandsgesetz wurde in Deutschland die staatliche Personenstandsregistrierung eingeführt. Die Beurkundung der Geburten, Heiraten und Sterbefälle hat seitdem ausschließlich durch die vom Staate bestellten Standesbeamten mittels Eintragung in die dafür anzulegenden Register zu erfolgen. Die von den Standesbeamten geführten Personenstandsbücher enthalten gerade für die Familienforschung sehr wertvolle Informationen. Allerdings unterliegt die Benutzung der Bücher rechtlichen Beschränkungen.
Dr. Roland Götz, Archivoberrat des Erzbistums München und Freising, stellte in seinem Vortrag besondere Münchner Kindl, ungewöhnliche Lebensläufe aus dem alten München im Spiegel der Pfarrmatrikeln vor.
Seit 2005 werden, angefangen in Nordschwaben, Friedhöfe dokumentiert, darauf ging Frau Scheller bereits bei einem früheren Vortag ein. Sie führte die Dokumentation von Friedhöfen vor. Anschließend zeigte sie im Internet Todesanzeigen, die man runterladen, abspeichern und ebenfalls in Datenbanken eingeben kann.
Die Bibliothek ist vorbildlich eingeräumt, sie befindet sich im 1. Stock der Spichererschule und ist jeden 1. Donnerstag im Monat vor dem Vereinstreffen von 15-17 Uhr geöffnet. Sondertreffen im Aufenthaltsraum neben der Schule sind geplant. Vorerst können wir für einem Jahr in der Schule bleiben. Frau Hemprich stellte die Bilder der neuen Räumlichkeiten vor. Anschließend berichtete sie von der Erschließung des Nachlasses Schäfer, der vor einem Jahr der Bezirksgruppe übergeben wurde. Herr Pusinelli übernahm die Sortierung.
Herr Lingnau stellte sich kurz vor und erläuterte, wie er zur Familienforschung kam. Seine Großmutter war eine geborene Gladigau. Nach der Erklärung des Namens Gladigau, der zurückgeht auf den Ort Gladigau in der Altmark, ging er auf die verschiedenen Familienzweige ein. Zwei Vorfahren in Deutschland und eine Verwandte in Australien forschten unabhängig voneinander über die Familie Gladigau. Ein Teil der Familienforschung wurde im Deutschen Geschlechterbuch veröffentlicht.
Aktuelles: Leider wurde der Bezirksgruppe der Bibliotheksraum vom Bistum Augsburg zum 31. August 2012 (dem Eröffnungstag des Genealogentages) gekündigt. Die Kündigung ist endgültig, eine Verhandlung wegen Terminverlegung war nicht möglich. Nun muss dringend eine Lösung gefunden werden.
Zunächst ging Herr Rolle auf eine Statistik der Vereinsbibliotheken ein. Nur ca. 10 % der Mitglieder erscheinen als Autoren, 3 % haben eine eigene Chronik erarbeitet, davon jeweils 1/3 gut, mittelmäßig und mangelhaft, es fehlen Inhalt, Register, Quellen. Die Maximen zur Dokumentation gehen von allgemein verständlich, alterungsbeständig bis archivfähig und standardisiert. Er erläuterte die Probleme des Gedcomstandards. Die Haltbarkeit der Medien ist bekanntlich sehr unterschiedlich, CD und DVD haben eine Lebenszeit von ca. 20 Jahren, Papier, je nach Qualität, Jahrhunderte.
Der Leiter des Archivs des Bistums Passau berichtete über das Projekt „Matricula.eu“ und die nunmehr bestehende Möglichkeit der Online-Suche in den Matrikeln des Bistums Passau. An einigen Beispielen konnte er dies eindrucksvoll zeigen. Eine angeregte Diskussion schloss sich an.
Probleme und Erfolge der Forschung in einem unbekannten Gebiet.
Frau Wießner berichtete über die Erforschung ihrer Familie in Wolhynien und deren Wanderungsbewegungen infolge der Verwerfungen nach Erstem und Zweitem Weltkrieg. Schwierigkeiten ergeben sich zum einen aus der Archivlage, aber auch durch Sprachschwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme mit dortigen Archiven, den Formulierungen in altpolnischer Sprache und nicht zuletzt der Mobilität der dortigen Ahnen.
Die Bezirksgruppe Oberpfalz veranstaltete im Freilandmuseum Neusath-Perschen ein Symposium zum Thema „Familienforschung grenzüberschreitend – Informationen und Austausch zur Genealogie in Böhmen und der Oberpfalz“. (Siehe beigefügtes Faltblatt: PDF-Datei).