Herr Dr. Rieger stellte in einem Power-Point-Vortrag die Geschichte seiner Familie vor. Zuerst ging er auf seinen Lebenslauf ein, geboren in Breslau, lebte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Falkenberg, ab 1947 in Augsburg, später in Niederösterreich, bei Frankfurt am Main und seit 2011 wieder in Augsburg. Es gab in der Familiengeschichte Rieger zwei zentrale Ereignisse – die deutsche Ostsiedlung und die deutsche Westsiedlung. Zwischen 1150 und 1350 zogen ca. 400.000 Personen aus dem Westen, u.a. ca. 5 % der Bevölkerung Frankens, in den Osten. Dagegen zogen ca.
Herr Dr. Georg Köglmeier stellte einen Quellenbestand aus den Jahren 1844/45 vor. In dieser Zeit sollte mit Hilfe von Oberpfälzer Volksschullehrern ein historisch-topograhisches Lexikon von Bayern entstehen. Die Lehrer erhielten die Aufgabe, eine Art Ortschronik von ihrem Schulort zu erstellen.
Fast jedem ist klar, wie wichtig es ist, dass man zu Lebzeiten regelt, was mit seinem Besitz nach dem Ableben passieren soll. Ein Testament ist die Lösung. Eine etliche Jahre zurückliegende Befragung von Familienforschern hat ergeben, dass etwa 70 Prozent dennoch keinerlei Regelungen getroffen haben, was mit ihren forscherischen Unterlagen geschehen soll. Alle Forschungsergebnisse zu publizieren, wäre der Königsweg, denn „Wer schreibt – der bleibt!“
Frau Uschi Ullrich stellte ihre mütterliche Linie der Familie Fahrnholz im Raum Regensburg dar. Kurzweilig, spannend und anschaulich erzählte sie von ihren Forschungsergebnissen. Mit einer tagesaktuellen Information aus dem Landesarchiv Niederösterreich konnte sie belegen, dass ihr Spitzenahne Hannß Fahrnholz aus Niederösterreich stammte und um 1680 nach Karlstein kam. Zu diesem Vortrag fanden sich einige „Fahrnhölzer“ aus der Region ein, zu denen die entsprechenden Verbindungen in den jeweiligen Stammbäumen hergestellt werden konnten. Es entstand ein reger Austausch.
Der zweite Vortragsblock beschäftigte sich mit der Gerichtsorganisation: Hochgericht, Niedergerichtsbarkeit, den Aufgaben der Hofmarken, der Unterscheidung: weltliche Herrschaften / geistliche Herrschaften (Vogtei), der Städte und Märkte, der Urbarsgerichte und Kastenämter, der Land- und Pfleggerichte sowie der Grundherren.
Christian Benz referierte über die Unterschiede der bayerischen Grund- und Gerichtsherrschaft. Er erklärte dabei die Entwicklung der verschiedenen Rechtssysteme und deren Ursprung. Auch die verschiedenen Ämter (Gerichte) und Zuständigkeiten wurden eingehend erklärt und die Strafprozessordnung inklusive der Strafen erläutert.
Roswitha Barthel, Mitglied der Bezirksgruppe Niederbayern
Böhmen war einst Königreich, später Teil der Habsburger-Monarchie und ist seit 1993 ein Bestandteil der Tschechischen Republik. Die Bevölkerung war historisch von vielfältigen Kulturen, Sprachen und Religionen geprägt, was sich auch in der genealogischen Forschungsarbeit widerspiegelt. Roswitha Barthel gab den Teilnehmern wertvolle Einblicke in die (Online-)Recherche von Kirchenbüchern und erläuterte den Zugang zu regionalen Archiven wie Prag, Wittingau und Pilsen.
Anke Michels, Mitglied von Familia Austria, war uns für diesen Vortrag von den USA zugeschaltet. Wer anfangs dachte, wohl irregeführt von dem englischen Titel des Präsentationsthemas, dass die Plattform „Family Search“ nur Quellenmaterial aus den Staaten bereithalten würde, wurde schnell eines Besseren belehrt. Anke, selbst begeisterte Familienforscherin, konnte den Teilnehmern schnell aufzeigen, welch reichhaltige Information auch aus dem Raum Niederbayern in den Datenbeständen verfügbar sind.
Josef Auer hat in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Traditionsverein Wolfsbuch in zwei Bänden die Ortschronik und das Ortsfamilienbuch von Wolfsbuch (Beilngries) erstellt. Er erläuterte in seinem Vortrag, wie es zu der Chronik kam, welche Quellen durchgearbeitet wurden, welche Probleme und Überraschungen auftauchten und wie schließlich die Drucklegung erfolgte.
Michael Oberndorfner schilderte am Beispiel seines Ur-Großonkels Johann Feistl und dessen Einheit das Schicksal der Peißenberger im Frankreich-Feldzug 1870/71. Dabei ging er auch auf seine Arbeit in Archiven und mit ergänzenden Quellen ein, die wesentliche Informationen lieferten.