Die Familie Hallermayer - von Lehrern zum Hofopernsänger Theodor Hallermayer

Veranstaltungstermin: 
Donnerstag, 2. Juli 2009 - 19:00
Referent: 
Sabine Scheller
Veranstalter: 
BLF-Bezirksgruppe Schwaben

Frau Scheller stellte die CD mit den digitalisierten Büchern über die Grabinschriften des alten Hermannfriedhofes und des alten protestantischen Friedhofes vor. Die Bücher bzw. die Grabinschriften sollen ebenso in eine Datenbank eingegeben werden, wie die Friedhöfe. Frau Scheller bittet um Mithilfe bei dem Projekt, ähnlich wie beim Projekt Hochzeitsbücher, wäre es schön, wenn ein Team sich die Arbeit teilt.

Theodor Hallermayer war der Sohn eines Lehrers. Bei den weiteren Forschungen stellte sich heraus, dass die Vorfahren über Jahrhunderte hinweg ebenfalls Lehrer waren. Zuerst ging Frau Scheller auf die Entwicklung des Lehrberufes und die Schulgeschichte ein. Der Beruf des Lehrers war in früheren Zeiten nicht mit dem heutigen Berufsbild zu vergleichen. Lehrer waren "Hungerleider". Zu den Aufgaben des Lehrers gehörten neben dem Unterrichten der Kinder, das Spielen der Orgel bei Gottesdiensten und der Mesnerdienst. Den Beruf erlernte er vom Vater oder einem anderen Schulmeister, eine Ausbildung am Schullehrerseminar war den meisten Bewerbern erst ab dem 19. Jahrhundert. Wie aus alten Visitationsberichten hervorgeht, wurde bei der Anstellung (17. und 18. Jahrhundert) zuerst die Bibelfestigkeit geprüft, danach, ob der Kandidat des Lesens, Schreibens und Rechnens (seine Rechenkünste spielten eine untergeordnete Rolle) mächtig war. Eine Unterkunft erhielt er gestellt. Die "Gehaltsregelungen" waren von Ort zu Ort unterschiedlich. Meist mussten die Eltern der Schüler einige Kreuzer pro Jahr zahlen, die Gemeinde und die Pfarrei zahlten ebenfalls einen Anteil. Der Lehrer erhielt einen kleinen Garten und Holz als Heizmaterial (für den Schulraum).

Um 1700 Beginn der Bemühungen, dass jedes Dorf einen Lehrer bekommt. Bis weit ins 18. Jahrhundert war der Schulbesuch freiwillig, an freiwillig eingerichteten Bildungsstätten (meist kirchlich, z.B. Jesuitenschulen). Ab 1802 (Änderung der Schulpflicht) mussten die Schüler an jedem Werktag außer in der Erntezeit im Sommer in die Schule, Nichteinhalten der Schulpflicht war strafbar. Die Umsetzung dauerte Jahre und es waren viele Widerstände zu überwinden.

Nach den allgemeinen Ausführungen zum Beruf geht sie auf die Familiengeschichte Hallermayer ein, erläutert die Verbreitung bzw. "Wanderung" der Lehrerfamilie bis zu Theodor Hallermayer, der wie seine zwei Brüder zuerst die Lehrerbildungsanstalt in Lauingen besuchte und nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung am Konservatorium in München Gesang studierte. Anhand zahlreicher Originaldokumente wie Zeugnisse, Plakate und handgeschriebenen Partituren erläutert sie die Karriere ihres Urgroßvaters. Humorvoll berichtete sie von den Charakterzügen sowohl ihres Urgroßvaters (ein sehr strenger Ehemann und Vater) als auch dessen Kindern, auf deren Lebensläufe sie ebenfalls einging.

Art der Veranstaltung: 
Vortrag, Referat
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Schwaben
Teilnehmerzahl BLF-Mitglieder: 
34 Mitglieder
Teilnehmerzahl Gäste (Nichtmitglieder): 
2 Gäste
Teilnehmerzahl gesamt: 
36 Teilnehmende
zum Referenten/zur Referentin siehe auch: