Ausflug nach Ulm in die Ausstellung Donauschwaben „Aufbruch und Begegnung“
Das Donauschwäbische Zentralmuseum in der Schillerstr. 1 von Ulm zeigt in 13 Abteilungen die Auswanderungen der letzten 300 Jahre. Eine große Rolle spielten dabei die „Ulmer Schachteln“, ein Ein-Weg-Boot für die Waren- und Passagierbeförderung. Die Fahrten Donauabwärts transportierten wöchentlich Waren und Personen nach Regensburg, Passau, Linz, Wien, Budapest oder bis Belgrad.
Diese Ulmer Schachteln beförderten also die Auswanderer nicht nur nach Österreich, sondern auch nach Ungarn. Wie dort die Ansiedelung und das Leben aussah, das kann man in der Ausstellung erfahren.
Frau Scheller begrüßte die 28 Teilnehmer/innen in Vertretung von Herrn Wegele (er wurde leider zusammen mit vier HBV-Mitgliederinnen durch einen Motorschaden am Ankommen gehindert). Neben den BLF-Mitgliedern waren auch die Mitglieder des Heimat- und Brauchtumsvereins DER BOTe (HBV) sowie Gäste eingeladen.
Frau Pröbstle, die Führerin, begann mit einem geschichtlichen Ausflug ins 18. Jahrhundert zur ersten Auswanderungswelle 1712. Alle Auswanderer wurden genau dokumentiert, incl. Eltern und Daten. Es kamen Werber der Habsburger Monarchie ins Schwabenland und priesen die Auswanderung an. Es kam vor, dass sich die Bewohner ganzer Ortschaften zusammenschlossen und gemeinsam neue Orte in Ungarn gründeten. Die Lebensbedingungen in Schwaben waren schlecht, die Untertanen wurden ausgebeutet, es blieb kaum etwas zum Leben. So war die Aussicht auf eigenes Land, Saatgut usw. sehr verlockend. Voraussetzung für die Auswanderung war der katholische Glaube, man musste verheiratet und bereit sein, in der neuen Heimat fleißig zu arbeiten. Das Thema Ehe führte zur Bildung eines Heiratsmarktes. Wer noch nicht verheiratet war, aber auswandern wollte, brauchte rasch eine heiratswillige Frau oder einen Mann. Geboten wurde für die Auswanderung nicht nur Land, Steuerfreiheit für 10 Jahre, Bauholz, Saatgut sondern auch „Freiheit“.
Die einzelnen Aspekte der Auswanderung per „Ulmer Schachtel“ wurden in Themenräumen erklärt. Frau Pröbstle stellte auch viele Einzelschicksale vor. Natürlich zog es auch viele Ulmer und „um Ulmer“ nach Amerika. Diese Auswanderung war natürlich deutlich schwieriger, teurer und anstrengender. Alleine die Schiffspassage war eine Herausforderung, aber auch die Gesundheitsprüfung stellte ein Hindernis dar. Die Führerin erläuterte die ganzen Reisebedingungen sowohl auf der Ulmer Schachtel als auch die Überfahrt zum neuen Kontinent sehr lebendig, gespickt mit Informationen von einzelnen Personen.
Die Führung war so lebendig, dass man die Zeit vergaß. Frau Scheller dankte Frau Pröbstle für die hervorragenden, sehr lebendigen und informativen zwei Stunden. Danach trafen sich fast alle in einem Lokal und stärkten sich.
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