Augsburg: bavarikon - Bayerns digitale Schatzkammer und Fundgrube für bedeutende historische Quellenbestände
www.bavarikon.de ist das Kulturportal des Freistaats Bayern und eröffnet mit seinen bald 588.000 hochwertigen Digitalisaten seit 2013 einen kostenlosen Zugang zur bayerischen Kulturlandschaft.
Von den Stiefeln der Moorleiche von Peiting zu Altdorfers Alexanderschlacht, von Volksmusikaufnahmen bis 3D-Modellen antiker Statuen - die Bandbreite der Kulturschätze in bayerischen Einrichtungen ist spektakulär. Bereits 206 Museen, Archive, Bibliotheken und andere bayerische Kultureinrichtungen sind bavarikon-Partner und nutzen die Chance, ihre relevantesten Bestände einem weltweiten Publikum zu präsentieren. bavarikon ist aber auch jenseits der berühmten "Highlights" eine Fundgrube für Geschichtsinteressierte und die Wissenschaft.
- Was ist bavarikon und warum gibt es bavarikon?
- Wie ist bavarikon organisiert und finanziert?
- Was findet man in bavarikon?
- Wie kann man bavarikon für seine Bedürfnisse nutzen?
Rückblick
Frau Veronika Eder, Geschäftsstellenleiterin von Bavarikon bei der Bayerischen Staats-bibliothek stellte sich kurz vor.
Zuerst ging sie auf die Organisationsstruktur von bavarikon ein. Bavarikon ist eine Fundgrube für historische Quellenbestände, auf Kultur- und Wissensschätze wird Wert gelegt. Die Planung für das Portal begann 2012, und 2013 erfolgte die Onlinestellung. Das Portal ist zweisprachig, deutsch und englisch. Bavarikon wurde als Fördermittelgeber für alle bayerischen Kultureinrichtungen eingerichtet. Großer Wert wird auf die Standards der Digitalisate gelegt und auch die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben (rechtliche Sicherheit) ist ein wichtiges Thema. Aktuell sind über 580.000 Objekte online und knapp 9 Millionen an Fördermitteln wurden an die Partner für die Digitalisate bezahlt. Danach stellte Frau Eder die Organisationsstruktur vor und wie die Antragsstellung abläuft.
Die Daten sind voll integriert, nicht verlinkt. Partner werden können alle Institutionen, die ihren Sitz in Bayern haben. Bavarikon zeigt nicht nur Alltagsgegenstände, Bauwerke, Karten und Pläne sowie Handschriften, Gemälde, Medaillen, Münzen, Geldscheine, Urkunden sondern auch technische Objekte, Skulpturen und Nachlässe.
Weiter ging es direkt auf der Internetseite des Portals mit der Vorstellung des Augsburger Partners TIM. Sie erläuterte die Möglichkeiten der Suche und der Darstellung. Das Sammlungsmodul und die virtuellen Ausstellungen wurden ebenso am Bildschirm gezeigt. Eine Besonderheit sind die 3-D-Modelle, die vor Ort vermessen werden und dann online gestellt werden.
Systematische Umfragen kamen erstmals im 19./20. Jahrhundert auf, die Fragebögen sind nun bei Bavarikon online. Eine gute Quelle für Familienforscher sind auch die evangelischen Pfarrbeschreibungen, die alle gleich aufgebaut sind. Man findet darin Pfarrerlisten und Beschreibungen des sittlichen Lebens im Ort. Es wurde versucht mit OCR zu transkribieren, das Ergebnis war aber bisher nicht überzeugend. Momentan muss man noch die alte Schrift lesen können.
Der Atlas der Deutschen Volkskunde bietet mit den Fragebögen zu Festen, Bräuchen, Aberglaube, Freizeit und Alltagsleben einen tollen Einblick in das Leben in den Orten. Die Montgelas-Statistik wird aktuell digitalisiert und indexiert. Ein weiterer wichtiger Bestand sind 78.000 Bücher mit Volltestsuche über Bayern. Auch Foto- und Graphiksammlungen sind eine interessante Quelle. Die Porträtsammlung des Münchner Stadtmuseums ist nach Namen durchsuchbar. Die Genealogica-Sammlung der Stadtbibliothek Nürnberg beinhaltet gedruckte Kasualschriften vom 16.-19. Jahrhundert zu Anlässen wie Tod, Hochzeit, Taufe etc.. Diese kleinen Druckwerke enthalten Ansprachen, Würdigungen, Gedichte, beschreiben Lebens- und Krankheitsverläufe und sind typischerweise nur sehr lokal verbreitet worden. Die Onlinestellung ist in Vorbereitung.
Zuletzt stellte sie die Biogrammsuche vor am Beispiel mit der Suche nach Personen mit Bezug zu Augsburg. Bavarikon ist oft der Einstieg mit überraschenden Funden zum Beispiel zu Literatur in Bayern (Literaturportal Bayern). Alleine für Schwaben gibt es 793 Treffer zu Autoren und Autorinnen mit dem dazugehörigen Portrait. Das Historische Lexikon Bayern ist nach Namen durchsuchbar. Danach stellte sie die Angebote der BSB vor. Die Oberdeutsche Personendatenbank von Paul B. Rupp für Bayrisch-Schwaben bei der BSB ist eine wenig bekannte Quelle. Das Bayer. Musiker-Lexikon, digitale Sammlungen der BSB und digiPress sowie die digitale Edition der Matrikelbücher 1809-1935 der Akademie der Bildenden Künste München (Studentendaten 1809-1935) sind online in Volltextsuche verfügbar. Zuletzt stellte Frau Eder Tipps und Tricks bei der Suche auf den Portalen vor.
Die Vortragsfolien sind als PDF verlinkt.
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