Neben den Kirchenbüchern sind Kataster und Briefprotokolle Quellen, die die Lebensumstände unserer Vorfahren beschreiben. Kataster ab 1828 beruhen auf der Vermessung Bayerns. Deren Karten und Akten sind auch heute noch von Bedeutung und in ihre Präzision bemerkenswert. Vermessungen wurden in Flurkarten im Maßstab 1:5000 dargestellt. Erstmals erfolgte die Nummerierung aller Grundstücke, die Angabe ihrer Flächen und die Schätzung der Bonität. Ihr Zweck war Abgaben und Steuern als Staatseinnahmen zu begründen.
Archiv- und Bibliotheksdirektor Msgr. Dr. Paul Mai
durch Archiv- und Bibliotheksdirektor Msgr. Dr. Paul Mai: "Familienforschung im Bischöflichen Zentralarchiv anhand der Tauf-, Heirats- und Sterbematrikel"
Msgr. Dr. Mai ging in seiner Einführung auf die Entstehungsgeschichte der Kirchenbücher, die Bestände des Zentralarchivs, die Inhalte der Tauf-, Trauungs- und Sterbematrikel sowie deren richtige Handhabung ein. Anschließend folgte in zwei Gruppen eine Führung durch das Archiv und das Magazin bzw. eine Demonstration der Handhabung der Matrikel als Mikrofiche.
im Sinne der GO vom 15.10.2004 und der Satzung § 6 und § 7
Nach der Begrüßung und dem Verlesen des letzten Protokolls berichtete der Vorsitzende über das Vereinsleben. Erwähnenswert war die zunehmende Mitgliederzahl und die Teilnahme vieler Gäste an den Veranstaltungen. Hans-Peter Alkofer gab anschließend den Kassenbericht. Die Mitgliederversammlung entlastete dann die Vorstandschaft.
Herr Wegele beginnt die Übung mit Heiratseinträgen von 1783/1784. Er erklärt die einzelnen Begriffe wie honestus, adolescens, relicta vidua usw. sehr anschaulich. Er liest Eintrag für Eintrag mit den Anwesenden durch und geht auf die Tücken des Textes ein. Er verweist auf die Wichtigkeit, die Einträge wörtlich abzuschreiben, bei den Namen in den Ahnenlisten aber die heutige Schreibweise zu verwenden, ansonsten führen die unterschiedlichen Schreibweisen nur zu Verwirrungen. Den Originaleintrag kann man beim Ahnenprogramm z.B. im Textfeld eingeben.
Den dritten Abend für angehende Familienforscher veranstaltete die Bezirksgruppe Oberpfalz wieder in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Regensburg. Besprochen wurden Probleme bei der Familienforschung und deren Lösungen. Um den Neulingen die Scheu vor Archivalien zu nehmen, las man gemeinsam Kirchenbucheinträge (Taufen, Trauungen, Beerdigungen). Dazu wurden lateinische Bezeichnungen und Abkürzungen erklärt. Für eigene Übungen war das neue Buch "Deutsche Schriftkunde der Neuzeit" angeboten, welches auf großes Interesse stieß, da zu jedem Text die Transkription enthalten ist.
In bewährter Art wurden Schriftstücke vorgestellt, die neben dem Lerneffekt beim Entziffern der Wörter auch Erklärungen für heute ungebräuchliche Begriffe boten.
Geboten wurde eine schöne Auswahl lateinischer Kirchenbuchtexte. Daran ließ sich der Gebrauch immer wiederkehrender Floskeln deutlich zeigen. Um die häufigsten Redewendungen zu verstehen, braucht man nicht unbedingt Latein studiert zu haben.
Behandelt wurden die sog. "Physikatsberichte", die von den Vorläufern der heutigen Amtsärzte zu erstellen waren. Der Auftrag erstreckte sich nicht nur auf die Kontrolle der Hebammen, Bader und Apotheker, sondern auch auf Ernteerträge, Brauchtum, Wetter usw. Sie wurden nur wenige Jahre angefertigt (ab 1814), weitergeführt später als "Daten aus dem bayrischen Gesundheitswesen".
Der geplante Vortrag über die Fuggerfamilie musste leider entfallen, da der Referent abgesagt hatte. Frau Scheller sprang ein und stellte ihr Erstlingswerk vor. Herr Radoslav, ein bulgarischer Student war als Gast anwesend. Er ist Familienforscher in Bulgarien, der Verein war zu Zeiten des Kommunismus verboten. Inzwischen arbeitet er bei der Zeitschrift Genealogie mit und möchte sich über die Familienforschung in Deutschland informieren.
Herr Wegele berichtete von geplanten Ausstellungen und den nächsten Terminen. Frau Scheller sprach kurz über die 15. Arbeitstagung der Historischen Vereine und Heimatvereine Schwabens, die in Irsee statt fand, siehe auch "Am schwarzen Brett". Die Bezirksgruppe kaufte sich einen Beamer, da er immer öfter benötigt wird. Frau Scheller stellte das Gerät kurz vor und zeigte einen Film aus der Reihe "Hannes und der Bürgermeister" mit dem Thema Ahnenforschung. Es wurde herzhaft gelacht.