Online: 16. Niederbayern Stammtisch: Der Volksschullehrer und seine Familie

Veranstaltungstermin: 
Mittwoch, 22. Juni 2022 - 20:00 bis 21:30
Referent: 
Monika Burger
Veranstalter: 
BLF-Bezirksgruppe Niederbayern

Zwar gab es bereits etwa ab Mitte des 17. Jahrhunderts Dorfschulen, in denen Kinder lesen und schreiben lernen konnten. Doch erst ab dem Jahr 1802 wurde in Bayern die Schulpflicht eingeführt. Etwa ab dieser Zeit gab es auch eine geordnete Lehrerausbildung, sodass aus dem „Schulmeister“ der „Volksschullehrer“ wurde.

Dass nun alle Kinder in die Schule gehen mussten, führte insbesondere auf dem Land  des Öfteren zu Unstimmigkeiten zwischen dem „Herrn Lehrer“ und den Bauersfamilien, da die Kinder auf dem Hof als Arbeitskräfte dringend benötigt wurden. Weibliche Lehrkräfte gab es bis 1876 nur in Klosterschulen, ansonsten war die Ehefrau des Lehrers für den Unterricht in Handarbeit zuständig – auch ohne Ausbildung.

Ansonsten sollten die meist 50 und mehr Kinder, die sich in einem Schulsaal drängten, die Grundrechenarten sowie das Lesen und Schreiben erlernen. Im Rahmen des Religionsunterrichts hörten sie Geschichten aus der Bibel und sollten grundlegende Regeln des Zusammenlebens kennenlernen. Der Religionsunterricht war ganz besonders wichtig, zumal der Lehrer unter der Aufsicht der Kirche, d.h. des örtlichen Pfarrers stand.

Da der Lehrer meist von den Eltern der Kinder bezahlt werden musste, erhielt er nur eine äußerst bescheidene Entlohnung. Auf dem Land, wo jeder größere Ort ein Schulhaus hatte, wurde ihm darin eine Wohnung, in der die ganze Familie Platz finden musste, als Teil seines Lohns gestellt. Darüber hinaus erhielt er einen Obst- und Gemüsegarten zu seiner Versorgung. Je nach Ort war auch die Lieferung von Naturalien wie z. B. Brot, Getreide und Brennholz an den Lehrer vorgesehen.

Neben seiner eigentlichen Lehrtätigkeit war der Lehrer oft noch mit dem niederen Kirchendienst als Organist, Chorleiter und Mesner beauftragt. Viele waren auch als Gemeindeschreiber tätig, da nur wenige Leute schreiben konnten.  Mit diesen Nebentätigkeiten verdiente er mehr als mit seinem eigentlichen Beruf! Versetzungen über weite Strecken waren häufig und stellen den heutigen Familienforscher vor eine Reihe von Problemen, die es bei der Forschung zu beachten gilt.

Monika Burger geht auf das Leben der Lehrer in Bayern ein und schildert die Spezifika in der Erforschung von Lehrerfamilien.

Anschließend besteht wieder die Möglichkeit, Fragen zum Thema, aber auch zur Familienforschung generell, einzubringen.

Um der Konferenz beizutreten, folgen Sie einfach der unten aufgeführten Internet-Adresse

https://blf-online.webex.com/blf-online/j.php?MTID=m1081ae3aafe03e677d31...

oder klicken Sie in der Einladung, die alle Mitglieder und Gäste der Bezirksgruppe Niederbayern zusätzlich per E-Mail erhalten, auf die Schaltfläche „Meeting beitreten“.

Eine Anleitung, die Sie von Bildschirm zu Bildschirm führt, kann unter niederbayern@blf-online.de angefordert werden. Das Meeting wird ca. 15 Minuten vor offiziellem Beginn geöffnet, damit Sie genügend Zeit für die Einwahlprozedur haben.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir pünktlich um 20.00 Uhr mit dem Vortrag beginnen werden.

Achtung, Terminverschiebung: Der Niederbayern Stammtisch für Juni findet nicht, wie im BLF-Informationsblatt veröffentlicht, am 15.06.2022, sondern am 22.06.2022 statt!

Veranstaltungsort: 
Organisatorische Hinweise: 
Online: Teilnahme-Information (Zugangs-Link) wird online bzw. per E-Mail publiziert
Online: für die Teilnahme benötigen Sie: a) PC oder Notebook mit Internet-Anschluss; b) Mikrophon und Lautsprecher (evtl. Headset); c) Web-Kamera (optional)
Art der Veranstaltung: 
Forscherstammtisch, Arbeitskreis
Vortrag, Referat
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Niederbayern
Teilnehmerkreis: 
für alle Interessierten
Anmeldung: 
Anmeldung nicht erforderlich
Teilnehmerzahl BLF-Mitglieder: 
36 Mitglieder
Teilnehmerzahl Gäste (Nichtmitglieder): 
31 Gäste
Teilnehmerzahl gesamt: 
67 Teilnehmende