BLF-Blog

Mysteriöser Sturz von der Münchner Frauenkirche - Vortrag am 22.05.2026

zeitgenössisches Flugblatt: Sturz-Rekonstruktion Fanny von IckstadtDer Pathologe und Mumien- und Geschichtsforscher Andreas Nerlich aus München erzählt am Freitag, 22. Mai 2026, im Rahmen des Stammtischs der Familien- und Heimatforscher Schrobenhausener Land nicht von Mumien und Skeletten, sondern von einem faszinierenden Stück bayerischer Zeitgeschichte – dem Fall der Fanny von Ickstadt.

Nicht nur aus der Perspektive der Kriminologie, sondern auch ganz wörtlich ein Fall: Im Januar 1785 besteigt die 17-jährige Adelige, Baroness Franziska „Fanny“ von Ickstadt, den Nordturm der Münchner Frauenkirche – und stürzt in die Tiefe. Das schreckliche Ereignis sorgt in der Residenzstadt für große Aufregung. Handelte es sich um Selbstmord? Ein Unglücksfall infolge eines Aktes wagemutiger oder verzweifelter Selbstbehauptung? Oder vielleicht sogar Mord? Noch am selben Tag des mysteriösen Absturzes begannen Gerüchte darüber zu kursieren. Trotz intensiver Debatten blieben die Antworten auf diese ungeklärten Fragen über 240 Jahre offen.

Nerlich gelang es schließlich, die Tragödie mit akribischer Forschungs- und Kleinarbeit zu rekonstruieren: Er wertete zeitgenössische Protokolle, Gerüchte und seltene Augenzeugenberichte aus, um das vielschichtige Portrait einer hochgebildeten jungen Frau im aufklärerischen München des 18. Jahrhunderts zu entwerfen – selbstbewusst, widersprüchlich und ihrer Zeit weit voraus –, während er gleichzeitig ein scharfes Panorama einer Gesellschaft zwischen Vernunft und Aberglaube entwickelte.

Eine aktuelle forensisch-historische Fallrekonstruktion, die auf modernen biomechanischen Rechenmodellen basiert, stellte letztlich den entscheidenden Punkt zur Klärung dieses „Cold Cases“ dar. Der Lösungsweg verwendet nicht nur aktuelle Kenntnisse aus der forensischen Praxis zu tödlichen Sturzereignissen, sondern beruht insbesondere auf einem experimentellen Fallversuch am Turm der Domkirche – jedoch nicht mit einem menschlichen Körper, sondern mit einem Kleidungsstück, das historischen Berichten zufolge den Sturz der jungen Frau „begleitete“. Die daraus gewonnenen Resultate konnten das Sturzereignis wissenschaftlich zweifelsfrei aufklären, sodass Nerlich in seinem Referat Licht ins Dunkel bringen kann.

30 Jahre Stammbaumtisch-Nordschwaben - Jubiläumsausstellung am 24.05.2026

In Bayern gibt es zahlreiche Forscherstammtische, die zwar keine Organe des BLF sind, wohl aber eine wichtige Basis, um sich ungezwungen ohne Mitgliedszwang treffen und austauschen zu können. Es freut mich, dass der Stammbaumtisch-Nordschwaben nun bereits sein 30-jähriges Jubiläum begehen kann. Bereits zum 20-jährigen Bestehen hatten wir eine größere Ausstellung auf die Beine gestellt. Das wollen wir nun wiederholen!

Deshalb ergeht herzliche Einladung an alle Interessenten, diese Ausstellung zu besuchen.

Neues aus der Redaktion der „Gelben Blätter“

Nach zwei Jahren gibt es wieder eine personelle Veränderung in der Redaktion der „Gelben Blätter“: Manfred Wegele hat sich nach dreißig Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit als Redaktionsmitglied zurückgezogen. Von den 89 Jahrgängen der „Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde“, die seit ihrer Gründung im Jahre 1923 erschienen sind, hat er nicht weniger als 30 mitgestaltet und auf diese Weise unsere traditionsreiche Publikation mitgeprägt. Für dieses außerordentliche Engagement ist ihm nicht nur der Dank des Redaktionskollegiums gewiss.

Online-Recherchemöglichkeit in der NSDAP-Mitgliederkartei

Im Februar/März 2026 ging die Meldung durch die einschlägigen Mailinglisten und Online-Foren: Das US-Nationalarchiv hat die mikroverfilmte NSDAP-Mitgliederkartei online zugänglich gemacht. Sie ist für alle Interessierten, z. B. Familien- oder Heimatforscher, online zugänglich. Allerdings ist die Recherche nicht ganz einfach und aufgrund des großen Interesses ist auch Geduld angesagt.

Vortrag "Vorstellung des Bayerischen Staats- und Hauptstaatsarchivs"

Beim Stammtisch der Familien- und Heimatforscher Schrobenhausener Land hält der Leiter des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und Autor, Christoph Bachmann aus München, am Freitag, 20. März 2026, seinen Vortrag mit dem Titel „Vorstellung des Bayerischen Staats- und Hauptstaatsarchivs“.

Neuer Meilenstein beim BLF-Sterbebilderprojekt: 1,5 Millionen Personendatensätze

Sterbebild Klök TextseiteSterbebild Klök BildseiteBeim Bayerischen Sterbebilderprojekt des BLF haben wir mit 1,5 Millionen Personendatensätzen einen weiteren Meilenstein erreicht. Das ist ein Zuwachs von 100.000 Datensätzen allein im Jahr 2025.

So etwas macht sich nicht von allein, deshalb gilt es mal wieder Danke zu sagen an das Leitungs-Team Walter Müller, Anna Probst und Josef Probst, dem Softwarebetreuer Rolf Freytag, sowie den vielen fleißigen Lieferanten, den Scannern, den Erfassern und dem Korrekturlese-Team. Besonders bedanken wir uns für den hohen Einsatz bei Josef Rothammer, Marie-Luise Missel und Gerlinde Sulzberger.

Je umfangreicher der Bestand wird, desto mehr ist das Phänomen der Dubletten zu beobachten. Dass diese inzwischen schon nach dem Scannen beim Einspielen in das System automatisch erkannt werden können, ist den Programmierkünsten von Josef Probst zu verdanken. Er arbeitet beständig daran, die automatische Texterkennung weiter zu verbessern. Das ist eine wesentliche Erleichterung und beschleunigt die Erfassung.

Inzwischen haben wir je nach Region schon über 50-60 % Dubletten. Nachschub aus Bayern und anderen Ländern ist also nach wie vor erwünscht.

Nur zur Erinnerung: Die Personendaten sind über den Gastzugang auf https://www.blf-sterbebilderprojekt.de/ für Jedermann einsehbar. Registrierte Mitglieder können die gescannten Sterbebilder, allerdings mit 70 Jahres-Sperre, einsehen und für den Eigengebrauch anfordern. (Diese Sperre betrifft das Urheberrecht auf Fotos und die künstlerische Gestaltung; teilweise auch den Persönlichkeitsschutz, nicht den Datenschutz! Hier kursieren immer wieder Falschinformationen, die unsere Vorgaben infrage stellen! Bitte beachten Sie unsere Hinweise zu Urheberrecht und Datenschutz bei Sterbebildern.)

Noch ein wichtiger Hinweis: Immer öfter stellen wir fest, dass heute auf den Sterbebildern neben einem Foto oftmals nur noch das Geburts- oder Sterbedatum erwähnt sind. Für so ein bayernweites Projekt wäre es unbedingt ratsam, für eine genauere Zuordnung über das Rechercheportal, die jeweiligen Ortsangaben oder die noch gebräuchlichen Hausnamen, Spitznamen oder Berufsangaben zu machen - so wie es früher üblich war. Bitte weisen Sie doch bei Gesprächen mit Bestattern oder Druckereien darauf hin.

Auf ein weiteres Gedeihen dieses Vorzeigeprojekts des BLF!

(Manfred Wegele)

Tag der Archive 2026

Tag der Archive 2026Am 07./08.03.2026 findet wieder der deutschlandweite Tag der Archive statt. Er steht heuer unter dem Motto "Alte Heimat - neue Heimat". Verschiedene Archive öffnen ihre Türen und gewähren Einblick in ihre reichhaltigen Bestände.

Nähere Informationen finden Sie unter https://www.vda.archiv.net/tag-der-archive/teilnehmende-archive/nach-bun... sowie auf https://amuc.hypotheses.org/category/tag-der-archive/tag-der-archive-2026 bzw. speziell zu den Angeboten in München https://amuc.hypotheses.org/18676

Aktuelles vom Scan-Projekt "Schul-Jahresberichte" - über 3400 Digitalisate online

In der letzten Zeit wurden wieder zahlreiche gescannte Schul-Jahresberichte des BLF-Scan-Projektes online gestellt. Hier nun der aktuelle Stand: Bis Januar 2026 wurden von den fünf fleißigen Projektteilnehmern (Anton Zott, Karlheinz Eckmeier, Margret Ottner, Sabine Scheller und Manfred Wegele) bereits über 4000 Schul-Jahresberichte mit insgesamt rund 147.000 Seiten eingescannt. Dabei sind Schulen aus 146 Städten berücksichtigt.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen werden nur Schul-Jahresberichte mit Jahrgang 1930 oder älter auf der BLF-Homepage zur Verfügung gestellt, so dass dort nun über 3400 Schul-Jahresberichte im PDF-Format verfügbar sind. Ein neuer Meilenstein!

Kursabende zum Schreiben und Lesen der Deutschen Schrift

Feine Suppe (Foto: Georg Winter)Neben den üblichen Vortragsabenden bei den Familien- und Heimatforschern Schrobenhausener Land findet ein dreiteiliger Kurs zum Schreiben und Lesen der Deutschen Schrift statt. Die Termine sind am 16.01.2026, 23.01.2026 und 30.01.2026 im Gasthaus Felbermaier in 86562 Lampertshofen jeweils ab 18:00 Uhr.

An den drei Freitagabenden können sich die Kursteilnehmer mit dem Schreiben und Lesen der nicht mehr gebräuchlichen Schreibschriftformen der sogenannten Deutschen Schrift befassen. Stammtischmitglied Brigitta Winter aus Weichering leitet den Kurs. Jeder, der sich mit Ahnenforschung oder auch nur mit auf dem Dachboden aufgefundenen alten, kaum mehr lesbaren Briefen und Postkarten befasst, ist irgendwann gezwungen, sich mit den früheren Formen der Deutschen Schreibschrift auseinanderzusetzen – wobei in den meisten Fällen die deutsche Kurrentschrift und deren später für den Schulunterricht in Deutschland eingeführte Variante, die Sütterlinschrift, anzutreffen sind.

Hierzu bietet der Ahnenforscherstammtisch in Lampertshofen für alle Interessenten und Neulinge drei Übungsabende. Der erste Abend beginnt mit der Entwicklung der Schrift, den einzelnen Buchstaben und ersten Leseübungen. Am Folgeabend stehen das Lesen und Schreiben von Einzelworten sowie die sogenannten s-Regeln auf dem Plan. Am letzten Kursabend liegt der Schwerpunkt dann auf dem Lesen und Schreiben von ganzen Sätzen, dem Lesen von Matrikeleinträgen und weiteren hilfreichen Tipps und Tricks, wie man alte Schriften entziffern kann.

Verdiente Genealogen 2025

Bei der Abschlussveranstaltung des 75. Deutschen Genealogentags 2025 wurden ab 28.09.2025 verdiente Genealogen und Heraldiker besonders geehrt und ausgezeichnet.

Dabei wurde aus dem Kreis der Mitglieder des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde e.V. Rudi Stiening geehrt.

 

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