4. Nordschwäbisch-Mittelfränkisches Forschertreffen 1999 in Heidenheim am Hahnenkamm

Veranstaltungstermin: 
Samstag, 18. September 1999 (Ganztägig)
Veranstalter: 
Forscherstammtisch, Arbeitskreis (BLF-unabhängig)

Bereits zum vierten Mal kamen am 18.9.1999 im Heidenheim im Hahnenkamm 23 Familienforscher zum diesjährigen nordschwäbisch-mittelfränkischen Ahnenforschertreffen zusammen.Um 10.00 Uhr traf man sich im Evangelischen Gemeindehaus. Dekan Kugler als Gastgeber und selbst aktiver Ahnenforscher stellte diesen Raum dankenswerterweise zur Verfügung. Zu Beginn berichteten die Teilnehmer erst einmal in einer kurzen Vorstellungsrunde über ihre jeweiligen Forschungsgebiete. Die Teilnehmer kommen aus dem Ries, Mittelfranken aber auch aus der Donauwörther, Ansbacher, Münchener und Nürnberger Gegend sowie aus Baden-Württemberg und Oberfranken. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Forschungen der Teilnehmer ein sehr weites Spektrum abdecken. Allen ist jedoch die Forschung (oder ein Teil davon) im Bereich Ries-Mittelfranken gemein.

Bei der Vorstellung der Teilnehmer kamen immer wieder Arbeiten an Ortsfamilienbüchern zur Sprache. Hier gab es in den letzten Jahren sehr positive Entwicklungen.

Bereits 1981 hatte Simon Widemann (+) in Ebermergen mit der Erstellung eines Ortssippenbuches seines Heimatdorfes die Veröffentlichung seiner Ortssippenbuchmanuskripte (Mauren, Schaffhausen, Brachstadt, Oppertshofen) begonnen.

Seit 1992 nun werden von Gerhard Beck einige Ortsfamilienbücher für Orte im Nordostries erstellt. Grundlage ist am Anfang immer eine Zusammenstellung der Familien vor etwa 1700 (z. B. Deiningen, Wechingen, Alerheim usw.). In weiteren Arbeiten können dann die Ortsfamilienbücher mit Häuserchronik bis ins 20. Jahrhundert erweitert werden. (So geschehen in Schwörsheim, Heuberg, Rudelstetten)

Als weiterer Ortsfamilienbuch-Autor kam dann in unserem Bereich Manfred Wegele mit seinem umfangreichen Ortsfamilienbuch Löpsingen (vor 1650) dazu. Mittlerweile arbeitet er auch an Forheim, Aufhausen, Brachstadt-Oppertshofen und Unterringingen. Nun finden sich in den letzten Jahren immer neue Forscher, die zunächst für ihr Heimatdorf solche Ortsfamilienbücher erstellen. Genannt seien hier:

Dr. Gerhard Seiler - Möttingen

Hans Reinhard - Wörnitzostheim

Friedrich Besel - Grosselfingen

Sabine Scheller - Ehingen/Ries

Nicht zu vergessen sei Dr. Markus Ritzka, der den Nachlass von Simon Widemann verwaltet und aufbereitet. Als Anfang ist nun das Ortsfamilienbuch Mauren im Druck.

Bei einer solchen Vielzahl von Ortsfamilienbuch-Autoren ist es verständlich, dass jeder Forscher ein etwas abgewandeltes Schema der Aufbereitung hat. Daher war der erste Programmpunkt die Vorstellung des Ortsfamilienbuches Erlingshofen durch Manfred Wegele. Die Teilnehmer in Heidenheim zeigten sich sehr interessiert über die Anregungen und Tipps, die Manfred Wegele machte. Es kam immer wieder zu spontanen Diskussionen über bestimmte Themen. So wurden spezielle Fragen (z. B. Sollen Auswärtige chronologisch oder alphabetisch sortiert werden? Ist die grundsätzliche Aufnahme von Taufpaten sinnvoll?) erörtert. Klar wurde hierbei, dass eine Schematisierung und Vereinheitlichung sinnvoll ist, jedoch Details vom Autor selbst entschieden werden können. Auch muss auf regionale, konfessionelle und zeitliche Eigenheiten unbedingt Rücksicht genommen werden. Angesprochen wurden auch Dinge, die für die meisten Forscher mittlerweile selbstverständlich sind. So ist mittlerweile eine Auflistung von Kuriositäten (Unglücksfälle, Selbstmorde, ungewöhnliche Krankheiten usw.) und eine Vereinheitlichung der Schreibweise der Familiennamen bei Forschern im Ries zum Standard geworden.

Hitzig diskutiert wurde auch die Frage, ob eine Nummerierung der Familien sinnvoll ist. Die Mehrzahl der Teilnehmer kam zu dem Ergebniss, dass das jeweilige Ortsfamilienbuch ja nur einen momentanen Forschungsstand darstellt und das Weglassen von Nummern die Weiterführung des Werkes (jüngere Familien des 20. Jahrhunderts und ältere Familien vor Kirchenbuchbeginn aus Urkunden, Leibeigenschaftsbüchern und Protokollen) wesentlich erleichtert. Die Nachteile, die ein Weglassen der Numerierung für Register und Häusergeschichte bringt, können auch anders umgangen werden.

Nach dem Mittagessen in einem Heidenheimer Gasthaus folgte eine Führung durch Dekan Kugler. Im Heidenheimer Münster, der ehemaligen Klosterkirche, erläuterte er die Anfänge der Missionierung dieser Gegend und die erste Gründung eines Klosters in Heidenheim im 8. Jahrhundert, den weiteren Werdegang des Klosters im Mittelalter bis hin zur Säkularisation im 16. Jahrhundert und die jüngere Geschichte von Markt und Kirche.

Danach gab es für die Teilnehmer im Gemeindehaus Kaffee und Kuchen. Den Abschluss bildete Werner Bub mit der Vorstellung seines für die GFF entwickelten Ahnenprogrammes "GF-Ahnen". Er erläuterte die Idee und Entstehung dieses Programmes und die Nutzungsmöglichkeiten. Für bisherige Anwender des Ahnenprogrammes "Genisys" ist der völlig problemlose Import der Personendaten ins neue Programm ein schöner Einstieg.

Den Abschluss bildeten Dankesworte von Manfred Wegele.

 

Übersicht der Nordschwäbisch-Mittelfränkischen Forschertreffen

Veranstaltungsort-Text: 
Heidenheim am Hahnenhamm (Lkr. WUG), Evangelisches Gemeindehaus
Art der Veranstaltung: 
Exkursion, Ausflug
Forscherstammtisch, Arbeitskreis
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Schwaben
Sonstiges
Teilnehmerzahl gesamt: 
23 Teilnehmer