Außergewöhnliche Forschungsergebnisse

Veranstaltungstermin: 
Donnerstag, 8. Mai 2008 (Ganztägig)
Referent: 
Eva Fintelmann
Veranstalter: 
BLF-Bezirksgruppe Oberbayern

Frau Eva Fintelmann stellte drei unterschiedliche Forschungsergebnisse vor, die zum Teil tragisch endeten, eine ungewöhnliche Umgehensweise in der evangelischen Kirche mit unehelich gezeugten Kindern darlegten und schließlich eine Beschreibung von Selbsthypnose und Reinkarnation beinhaltete.

Im ersten Fall ging es um vier Brüder, die aus dem Elsaß nach München kamen, drei davon wurden von Kurfürst Karl Theodor 1783 geadelt, der vierte 1813 auf eigenen Wunsch von König Maximilian Joseph I. Warum gingen vier Brüder nach München und wurden in den Freiherrnstand erhoben? Eine wahrscheinliche Antwort bietet sich an, wenn man weiß, dass die Mutter dieser Brüder die Schwester des Beichtvaters von Karl Theodor, dem Jesuitenpater Ignaz Frank, war. Die tragische Geschichte entwickelte sich dann mit einem der 12 Söhne des vierten Sohnes, einem Leutnant im 7. bayer. IR, der eine Brauerstochter heiraten wollte, aber die Genehmigung vom König nicht bekam. Nach dem dritten unehelichen Kind stellte der König ihn dann zum Zoll ab, wo der junge Mann dummerweise eine Unterschlagung beging. Er bekam "ehrenvolle" Festungshaft auf dem Oberhaus in Passau, wo er knapp zwei Jahre später an Lungensucht verstarb. Gesuche des Leutnants um Entlassung aus dem Militärdienst und Eingaben der Mutter seiner Kinder um finanzielle Unterstützung wurden alle abgelehnt. Die Dokumente sind im Hauptstaatsarchiv vorhanden. Der Adel wurde auch den Kindern aberkannt. Eine Tochter heiratete einen Schuster aus Wien, mit dem sie nach Kanada auswanderte.

Zum zweiten bekam Frau Fintelmann den Auftrag, nach einer Familie in Oberfranken zu recherchieren. Erst nach längerem Suchen in verschiedenen Pfarrämtern fiel ihr ein Taufeintrag von 1687 in die Hände, der darauf verwies, dass der Vater dieses "zu früh erzeugten Söhnleins, nachdem bey 6 Wochen vorher Er mit seinem Weibe, seines Vatters geweßenen Magd, wegen frühen Beyschlaffs copulirt worden" war. In der Kirche im Nachbarort fand Frau Fintelmann die Heiratseintragung, nach der die Brautleute auf "vormundschaftlichen Befehl wegen vorgegangener Schwächung in der Bütteley copuliert worden" waren. - Wie ein ehemaliger Dekan erklärte, war es üblich, die Leute auf einem Karren in die nächste Stadt ins Gefängnis zu bringen, wo der Pfarrer so lange auf sie einreden musste, bis sie "ja" gesagt hatten. - Eine sog. Fornikantenehe.

In der letzten und ungewöhnlichsten Forschung hatte ein schwedischer Professor für Anästhesie Frau Fintelmann den Auftrag zu einer Forschung erteilt, zu der er alle Angaben bis ins Detail durch Selbsthypnose erfahren hatte. Frau Fintelmann konnte alle Angaben zu einem jungen Soldaten, der 1915 an der Somme gefallen war, verifizieren. Nach einiger Zeit der Zusammenarbeit erklärte ihr der Professor, dass ihm ein schwedisches Medium mitgeteilt habe, er sei die Reinkarnation dieses jungen Mannes. - Ein Buch in schwedischer Sprache, das über diesen Sachverhalt geschrieben worden ist, soll auch in Deutschland verlegt werden. Aus der Inhaltsangabe daraus konnte Frau Fintelmann einige Seiten vorlesen.

Art der Veranstaltung: 
Vortrag, Referat
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Oberbayern
Teilnehmerzahl gesamt: 
32 Teilnehmer