Edierung historischer Texte

Veranstaltungstermin: 
Donnerstag, 27. Mai 2004 (Ganztägig)
Referent: 
Dr. Immler, Leiter der Abteilung III (Geheimes Hausarchiv) des Hauptstaatsarchivs
Veranstalter: 
BLF-Bezirksgruppe Oberbayern

Herr Dr. Immler legte in einem sehr systematisch aufgebauten Vortrag die wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Vorgehensweise bei der Edierung historischer Texte dar. Dabei wurde zwischen Regesteneditionen, Auszugseditionen und Volltexteditionen unterschieden, zu denen noch die Mischformen kommen. Für jede Form gibt es eigene Regeln bezüglich Struktur und Inhalt. Interessant auch die Regeln zu Schreibweisen, z.B. werden bei Texten vor 1800 alle Wörter außer Namen klein geschrieben, Getrennt-/Zusammenschreibung richtet sich nach dem Sinn. Die Buchstaben i, j, u, v, w werden bis 1400 übernommen wie sie dastehen, danach entsprechend dem Lautwert im Wort transkribiert.

Zur wissenschaftlichen Edition gehört ein Anmerkungsapparat, der Zusatzinformationen zu textkritischen und sachlichen Fragen bringt. Die Lage von Orten soll entsprechend dem modernsten Ortsverzeichnis angegeben werden, zu Personen immer die Lebensdaten - also Geburt, Tod, Beruf, begleitete Ämter - um sie eindeutig identifizieren zu können. Im Gegensatz zum deutschen Aufsatz hat die Edition historischer Texte nur zwei Teile: In der Einleitung finden sich Angaben zum äußeren Erscheinungsbild des Originals, zum Autor sowie zur Bedeutung des Dokuments für die Forschung. Dann folgt der Hauptteil.

Der Vortrag wird durch den Bayerischen Landesverein für Heimatpflege veröffentlicht im Forum Heimatforschung, Heft 9, Oktober 2004.

Art der Veranstaltung: 
Vortrag, Referat
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Oberbayern