10. Großer Schwäbischer Forscherstammtisch 2011 in Donauwörth

Veranstaltungstermin: 
Samstag, 4. Juni 2011 - 11:00
Referent: 
Manfred Wegele, Sabine Scheller, Rudolf Stiening
Veranstalter: 
Forscherstammtisch, Arbeitskreis (BLF-unabhängig)

Nach der traditionellen Vorstellungsrunde, in der die Stammtischleiter über das Forschungsgebiet und Programm ihres Stammtisches oder Interessensgemeinschaft sprachen, stellten sich einige Gäste vor. Herr Wegele und Frau Scheller berichteten vom Stand der Planungen für den Genealogentag 2012 in Augsburg und über das Friedhofsprojekt, das gut voranschreitet. Nach dem Mittagessen teilten sich die Teilnehmer in drei Gruppen auf.

Herr Xaver Baur führte eine Gruppe durch die Stadt Donauwörth, neben den Kirchen wurden historische Stätten (und weniger historische Stätten wie eine Eisdiele) besucht.

Eine Gruppe begab sich unter der Leitung von Herrn Wegele zum Heimatmuseum. Das Heimatmuseum in Donauwörth auf der Riedinsel am "kleinen Wörnitzarm" ist eines der wenigen spätmittelalterlichen Häuser, welches den Bombenhagel des zweiten Weltkrieges heil überstand. Es wurde jahrhundertelang von Fischerfamilien bewohnt, die letzte gab dem stattlichen Haus den, im Volksmund noch heute gebräuchlichen, Namen "Hintermeier-Haus". Es ist also klar, dass ein Teil der Ausstellung dem Fischerhandwerk gewidmet ist. Ein weiterer Schwerpunkt stellt das Schlosserhandwerk dar. Ein besonderes Schmankerl im Erdgeschoss stellte die dem "Donauwörther Original" Josef Guggenmoos gewidmete Sonderausstellung dar, seines Zeichens war er Erfinder und genialer Werkzeug- und Messerschmied. Über ihn gibt es zahlreiche lustige Anekdoten, welche auch zum Besten gegeben wurden, da auch ein Zeitzeuge mit anwesend war. Beim Besuch des Obergeschosses scheint in den einzelnen Zimmern die Zeit seit 150 Jahren still zu stehen. Originalgetreu und sehr liebevoll sind hier Exponate zu den Themenkreisen Haushalt, Kinderstube, Tracht und religiöses Leben zusammengestellt. Die Besucher waren sichtlich beeindruckt.

Die letzte Gruppe fuhr mit Frau Scheller zum Käthe-Kruse-Museum. Frau Wildfeuer begrüßte die Anwesenden und erläuterte die Geschichte des Gebäudes, ein ehemaliges Kapuzinerkloster, das 1993 in ein Museum verwandelt wurde. Käthe Kruse, 1883 in Breslau geboren, wurde Schauspielerin und heiratete den 29 Jahre älteren Künstler Max Kruse. Von 1902 bis 1921 bekamen sie 7 Kinder. Für ihre erste Tochter bastelte sie aus einem Handtuch und einer Kartoffel eine Puppe, da die damaligen Puppen aus Porzellan und zum Spielen kaum geeignet waren. Frau Wildfeuer erläuterte die weitere Entwicklung der Firma von der ersten Werkstatt in Berlin, den weiteren Stationen in Ascona, Bad Kösen bis zur Fabrikation in Donauwörth, wo noch heute jährlich 32.000 Puppen hergestellt werden. Die Puppen wurden anfangs komplett aus Nessel hergestellt, später ersetzte ein Plastikkopf das Nesselexemplar. In der Firma wurden neben Puppen auch Schaufensterpuppen, Porzellanfiguren (Zusammenarbeit mit Fa. Göbel - Hummelfiguren) und Schildkrötpuppen vertrieben. Die meisten der ausgestellten Puppen, z.B. Schlenkerle, die einzige lachende Puppe mit einem Wert von ca. 12.000 €, wurden von der Familie zur Verfügung gestellt. Zum Schluss wurde ein Film über das Leben und das Lebenswerk von Käthe Kruse angeschaut.

Nach dem Kaffeetrinken führte Rudi Stiening die Datenbank FOKO im Internet vor und zeigte die Möglichkeiten auf. Danach wurden verschiedene Internetprojekte gezeigt wie matricula.eu (Kirchenbücher online des Bistums Passau und der Bistümer Oberösterreichs), Vorarlberger Landesarchiv (Kirchenbücher online des Bistums Vorarlberg), Ancestry (Willi Jäger) und die Metasuche bei genealogy.net (Sabine Scheller) erläutert.

 

Übersicht der Großen Schwäbischen Forscherstammtische

Veranstaltungsort: 
Art der Veranstaltung: 
Exkursion, Ausflug
Forscherstammtisch, Arbeitskreis
Region/zuständiger BLF-Bereich: 
BLF-Bezirksgruppe Schwaben
Sonstiges
Teilnehmerkreis: 
für BLF-Mitglieder; Gäste sind herzlich willkommen
Teilnehmerzahl gesamt: 
53 Teilnehmer